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Corona-Zeiten

#wirbleibenzuhause

Das muss man mir nicht zweimal sagen…

Es muss vergangenes Wochenende gewesen sein – ich verliere etwas die zeitliche Orientierung – da las ich auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen diese Botschaft: „Wir bleiben zuhause!“ bzw. den originell umgesetzten Imperativ „Bleib zuhause!“

Nach dem siebten Aufruf in einem WhatsApp-Status hätte ich gerne zurückgerufen: Das mach ich doch! Und sogar freiwillig und gerne!

Wann galt man denn schon als vorbildlich, wenn man Samstagabende zuhause verbracht hat? Wann hat es sich so gut angefühlt, einen leeren Terminkalender vor sich zu haben?

Schon als Kind war ich einfach gern zuhause, vertieft in Bücher oder Fantasien, beschäftigt mit Rollenspielen, die das soziale Leben im Kindergarten nachempfanden. Und ich war auch gern allein – vielleicht weil ich mir da ungestört Geschichten ausdenken konnte.

Irgendwann wurde mir klar, dass die Welt doch etwas mehr an Interaktion von mir erwartete, und ich habe mich dieser Aufgabe tapfer gestellt. Schließlich habe ich sogar Sozialpädagogik studiert, wahrscheinlich um mich besser zurechtzufinden in den Untiefen des menschlichen Miteinanders.

Dennoch sorgt der Besuch eines Straßenfestes oder die Geburtstagsparty bei Freunden regelmäßig für ein komisches Gefühl im Magen. Immerhin kann ich mittlerweile die Fähigkeit vieler Mitmenschen neidlos anerkennen, die sich bei entsprechenden gesellschaftlichen Anlässen mit großer Selbstverständlichkeit und Eleganz bewegen.

„Rausgehen“ – dazu brauche ich immer noch und immer wieder ein Stück Überwindung. Deshalb hört sich #wirbleibenzuhause so gut an. Es ist die Erlaubnis, ein paar Wochen lang das zu tun, was ich richtig gut kann.

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