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Corona-Zeiten Veränderung

Zum Abgewöhnen

Wie an anderer Stelle schon erwähnt, braucht es eine gewisse Zeit, bis ein verändertes Verhalten zur Gewohnheit wird. Man spricht hier meist von mindestens einundzwanzig Tagen; je nach Hartnäckigkeit können aber auch gut und gerne zwei bis drei Monate vergehen, bis ein Verhalten dauerhaft verändert ist.

Fünf Wochen oder fünfunddreißig Tage im alternativen Shut-Down-Modus liegen mittlerweile hinter uns und ich merke, wie sich die ein oder andere Gewohnheit – quasi ohne mein Zutun – schon etwas ausgeschlichen hat. In der Hinsicht ist die Corona-Zeit so etwas wie eine Art Fastenzeit, nur dass dabei nicht ich entscheide, worauf ich verzichten will, sondern dass hier für mich entschieden wurde. Am Ende der Fastenzeit, die ich dieses Jahr ohne Fleisch, ohne Alkohol und ohne Nutella verbracht habe, konnte ich feststellen, dass mir das Fleisch gar nicht gefehlt hat. Meine Nutella-Lust war nach wenigen Tagen verschwunden, und das Glas Rotwein am Abend ließ sich ganz gut durch Tee oder Traubensaft ersetzen.

Nun bietet mir das durch die Corona-Krise bedingte Fasten neue und unerwartete Verzichtsaspekte, und auch wenn wir noch mitten drin sind, möchte ich die Gelegeheit nutzen und überlegen, was ich eigentlich gar nicht mehr unbedingt ins Leben danach re-integrieren will.

Was ich mir abgewöhnen könnte:
  • Nutella mit dem Löffel essen
  • mir Sorgen um Ereignisse im Herbst machen
  • Avocados kaufen
  • meine Tage möglichst effizient planen
  • mich über Unerledigtes ärgern
  • mich von Schnäppchen zum Kauf verleiten lassen
  • systemrelevant sein zu wollen
  • mich überhaupt soviel zu ärgern
  • Haare tönen

Mal sehen, was in den nächsten zwei Wochen noch dazu kommt. Die Liste werde ich dann einfach um weitere Punkte ergänzen.

  • Einkaufen (hinzugefügt am 26. April)
  • S-Bahn fahren

Bis zum 3. Mai werden wir dann übrigens insgesamt sieben Wochen im Lock-Down-Modus verbracht haben. Und damit wären wir bei dem Motto vieler kirchlicher Fastenaktionen, nämlich: Sieben Wochen Ohne! Beste Voraussetzungen, um zu sehen, was wirklich gefehlt hat und was für die Zukunft wirklich wichtig ist.

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